Einheitsbuddeln am Tag der Deutschen Einheit

07.10.2019

Am 3. Oktober 1990 trat der Einigungsvertrag in Kraft, mit dem das Gebiet der früheren DDR zur Bundesrepublik Deutschland beitrat. Mit diesem Tag fand eine turbulente Zeit ihren vorläufigen Höhepunkt, nachdem mutige Bürgerinnen und Bürger in der DDR in friedlichen Demonstrationen ihr Recht auf Freiheit erkämpft hatten.

Damit endete eine Epoche, in der es zwei deutsche Staaten gab, getrennt durch einen Eisernen Vorhang. Als Kind der 80er Jahre kann ich mich noch gut an die Zeiten erinnern, in denen dieser Zustand für alle Zeiten zementiert schien: Es gab „uns“, die fest mit der NATO und den Vereinigten Staaten von Amerika verankert waren, und dann gab es eben noch „die von drüben“, von denen man als Kind eigentlich nicht viel wusste, außer dass sie eben „anders als wir“ waren.

Allein der Gedanke, dass jemand aus Mecklenburg „anders“ wäre, ein waschechter Bayer dagegen so etwas wie ein naher Verwandter, dürfte heutzutage so manchem ein Schmunzeln entlocken.

In diesen schicksalshaften Jahren 1989 und 1990 fiel dieser schreckliche Eiserne Vorhang, der Deutschland und ganz Europa in zwei Lager teilte. Wir erinnern uns alle noch an die bewegenden Bilder aus dieser Zeit: Hans-Dietrich Genscher auf dem Balkon der Prager Botschaft, Helmut Kohl in dunkler Strickjacke bei Michail Gorbatschow im Kaukasus und vor allem die Hunderttausenden Demonstranten, die unter dem Ruf „Wir sind das Volk“ gegen ein Regime demonstrierten, welches sich überholt hatte. Bilder, die auch heute noch zutiefst emotional bewegen.

Der Tag der Deutschen Einheit jährte sich in diesem Jahr zum 29. Mal. Unsere Landeshauptstadt Kiel hatte in diesem Jahr die Ehre, Gastgeberin für den offiziellen Festakt zu sein. Unter dem Motto „Mut verbindet“ wurde ein großes Bürgerfest mit Hunderttausenden Besuchern gefeiert.

Obwohl dieser Tag also viel Anlass zur Freude bot, sollte man dabei die Probleme unserer heutigen Zeit nicht komplett ausblenden. Der Klimawandel ist ein Thema, welches mehr und mehr in den Fokus gerät. Da Bäume als natürliche CO2-Speicher in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen werden, hatte unser Ministerpräsident Daniel Günther vorgeschlagen, dass das Bäumepflanzen in Zukunft zum Feiertag dazugehören soll: "Lass uns zusammen diese Tradition ins Leben rufen", so sein Aufruf an alle Bürgerinnen und Bürger.

Auch die Stadt Elmshorn hat sich mit einer Spende in Höhe von 2.000 € an eine überregionale Pflanzaktion beteiligt. Da wir vom CDU-Ortsverband aber auch hier in unserer Stadt ein Zeichen setzen wollten, haben wir in Absprache mit der Stadtverwaltung eine Zierkirsche gespendet. Ein großer Dank geht hierbei an die Baumschule Franz Konetzny und natürlich unsere Vorstandsmitglieder Nicolas Sölter und Kole Gjoka, die selbst zu Schaufel und Spaten griffen und dafür sorgten, dass „unser“ Baum auf dem Spielplatz im Malerviertel eine schöne Heimat bekommen hat. Ich hoffe, dass dieser Baum wächst und gedeiht und dass er nur der erste von vielen Bäumen ist, die im Zuge der neuen Tradition „Einheitsbuddeln“ in den nächsten Jahren in unserer Stadt und im ganzen Land hinzukommen.

Sven Reinhold